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Haupttext Anekdoten

Worte der Wahrheit, Bd. 2, Zitat 162

Als ich ein Kind war, brachte man mir eines Tages ein Rebhuhn. Dieses Rebhuhn liebte den Klang der Tanbur. Sowie ich das Instrument in die Hand nahm, setzte es sich direkt neben mich. Berauscht von der Musik fing es zu singen an, griff nach meiner Hand und pickte sie mit seinem Schnabel. Nachts schlief es in einem Käfig in meinem Zimmer. Eines Morgens zu früher Stunde, als ich mein Morgengebet verrichtet hatte und mich gerade wieder schlafen legen wollte, fing es an zu singen. Ich wies es zurecht, dass es schweigen solle. Sofort senkte es traurig den Kopf und war still. Von da an war es so, dass das Rebhuhn sich, wenn es morgens früh erwachte, an mein Bettende setzte, leicht an meiner Decke zog und ein wenig zirpte. Reagierte ich nach zwei oder drei Versuchen nicht, dann verstand es, dass ich schlafen wollte, und ging wieder. Wenn ich aber sagte: „Ah, welch hübsche Stimme!“, dann hieb es zu singen an.


Worte der Wahrheit, Bd. 1, Zitat 1944

Die Ethik ist der eigentliche Schlüssel zur Erhabenheit der Seele; aus diesem Grund ist es wichtig, die Bedeutung ethischer Werte zu verstehen. Es ist einige Jahre her, dass ich bei einem Freund mit einigen anderen Personen – darunter ein Mann namens K., der in der Gegend sehr angesehen war – eingeladen war. Im Laufe des Abends hat man Herrn K. eine Tanbur gebracht, und er spielte einige unvollständige und nichtssagende Melodien. Ein anderer Herr namens M., der um meinen Ruf als Tanbur-Spieler wusste, bestand darauf, dass auch ich spielen solle. Um aber Herrn K. nicht zu beschämen, habe ich es nicht getan. Herr K. nahm an, dass ich mich aus Furcht, mit ihm verglichen zu werden, nicht zu spielen traute. Ich habe ihn in dem Glauben gelassen und nicht gespielt – denn wenn er meine Tanbur gehört hätte, hätte er sich sicherlich gedemütigt gefühlt.

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