Als ich 25 Jahre alt war – das war während meines ersten Jahres in Teheran –, wohnte ich im Sangelaj-Viertel. Von Zeit zu Zeit durchquerte ich den Bazar. Es traf sich, dass ein raffinierter Juwelier auf mich aufmerksam wurde. Er fand, dass ich eine gewisse Gelassenheit ausstrahlte. Es führte ihn zum Schluss, dass ich über das Wissen der Alchemie verfügte. Eines Tages begrüßte er mich herzlich, lud mich in sein Geschäft ein, und behandelte mich freundlich und zuvorkommend. Als er erfuhr, dass ich fastete, wuchs seine Neugier. Einige Tage später lud er mich aufs Neue in sein Geschäft ein. Diesmal fragte er mich: „Mein Herr, würden Sie mich an Ihrer Wissenschaft teilhaben lassen?“ Damit spielte er auf die Alchemie an, denn er fuhr fort: „Ihre gelassene Ausstrahlung, Ihr edles Auftreten und Ihre Großmut haben mich zum Schluss geführt, dass Sie den Stein der Weisen besitzen.“ Er ließ nicht locker. Da er in seinem Bitten fortfuhr, sagte ich eines Tages zu ihm: „Ich werde Dir gerne das Geheimnis der Alchemie enthüllen, aber nur unter einer Bedingung.“ Freudig antwortete er: „Was es auch sein mag, ich akzeptiere es mit ganzem Herzen.“ Ich sagte ihm: „Hier ist meine Bedingung: Wonach auch immer Dich verlangt, Du darfst es nicht wollen.“ Ich fügte noch hinzu: „Ich werde Dich demnächst auf die Probe stellen, um zu sehen, ob Du die Bedingung erfüllst. Wenn das der Fall ist, dann werde ich Dich in die Alchemie einweihen.“ Nach kurzem Schweigen sagte er: „Aber wenn mich nach nichts mehr verlangt, wozu ist dann die Alchemie gut?“ Ich erklärte ihm, dass das, was man für gewöhnlich über die Alchemie sage, arglistige Täuschung sei. „Der Schlüssel zur wahren Alchemie liegt allein in den Händen des Herrn, und er gibt sie nur dem, der sie nicht missbraucht.“ Wenn es dem Menschen gelingt, seine Natur zu meistern und nichts von Gott zu wünschen als Seine Zufriedenheit, dann hat er alles. Denn Gott missgönnt niemandem etwas und wenn etwas gut für uns ist, wird Er es uns niemals verwehren. (Worte der Wahrheit) |