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Einführung

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Die Musik von Ostad Elahi

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Musa Marufi, Musiker

Musa Khan Marufi ist ein bekannter iranischer Musiker, der Ostad Elahi in den späten Fünfzigern mehrmals besuchen kam. In einem Artikel, der im Magazin ‚Die Musik des Iran’ veröffentlicht wurde, beschreibt er das Tanburspiel von Ostad Elahi wie folgt (ohne indes seinen Namen zu nennen):

Ich hatte selbst die Gelegenheit, die Tanbur einer großen spirituellen Persönlichkeit zu hören, die in dieser Kunst Vollkommenheit erreicht hatte. Seine Musik war so überwältigend, dass ich das Gefühl hatte, nicht länger Teil dieser Welt zu sein. Weitaus erstaunlicher aber war, dass diese Musik mich für einige Tage betäubt hatte, so dass ich ganz in mich gekehrt war – bis an einen Punkt, an dem ich der materiellen Welt keinerlei Beachtung mehr schenkte. Als ich schließlich wieder in meinen normalen Zustand zurückgekehrt war, fragte ich mich: ‚Eigenartig, wenn das Musik ist, was ist dann das, was wir Tag für Tag hören?’



Ruhollah Khaleqi, Komponist und ehemaliger Direktor des Staatlichen Musikkonservatoriums

Meister Ruhollah Khaleqi, der Direktor des Staatlichen Musikkonservatoriums in Teheran, besuchte Ostad Elahi einige Male in den späten Fünfzigern, um seiner Musik zu lauschen. Nach mehreren Besuchen beschloss er, ein paar der Melodien von Ostad Elahi im Notensystem niederzuschreiben, musste aber nach einigen Versuchen zugeben, dass die Feinheiten der Tanbur und insbesondere der Stil von Ostad Elahi nicht transkribiert werden können, und gab daher seine diesbezüglichen Bemühungen auf. Später schrieb er in einem Buch, das den Titel ‚Die Geschichte der persischen Musik’ trägt, die folgenden Worte über Ostad Elahis Tanbur:

Früher gab es zwei Arten von Tanbur: Die Tanbur aus Chorassan und die Tanbur aus Bagdad. Diese Laute wies zwei Saiten auf und sie wurde üblicherweise mit einem Plektrum von den Fingern der rechten Hand gespielt; das Instrument wird heute in Kurdistan nach wie vor gespielt. Auch in Teheran spielt einer der ehrenwerten Richter, der vermutlich wünscht, dass sein Name nicht genannt werde, auf meisterhafte Weise die Tanbur und gibt ihre alten kurdischen Melodien (die im Übrigen eine separate Erörterung verdienten) in absoluter Schönheit wieder. Die Namen dieser Melodien sind in reinem Persisch und haben wenig mit der Musik der Gegenwart gemein.

 

Taqi Tafazzoli, Literaturwissenschaftler and Musikliebhaber

Dr. Taqi Tafazzoli, Literaturwissenschaftler und Direktor der iranischen Parlamentsbibliothek, gehörte zu Ostad Elahis Bewunderern und war oft bei ihm zu Besuch. Der folgende Ausschnitt ist die Beschreibung eines der Treffen, dem er im Kreise der Familie und einiger enger Freunde von Ostad Elahi beiwohnter:

Ostad Elahi begann zu spielen… und im abgedämpften Licht des Raumes konnte ich die Köpfe der Teilnehmer erkennen, wie sie sich hin und her bewegten, seinen Gesang begleiteten und ausgewählte Refrains wiederholten. Diese Klänge und Bewegungen verstärkten die Intensität dieser Zusammenkunft und lösten bei den Teilnehmern einen Zustand von Ekstase und großer Freude aus. Der Klang der Tanbur wurde voller und leidenschaftlicher, ein erstaunlicher Rhythmus wurde erzeugt, dessen Nachhall den gesamten Raum erfüllte. Im Halbdunkel konnte man die Bewegung von Linien erkennen, die wie Wellen hin und her rollten und wieder zueinander kamen. Einige hoben die Hände und ließen sie mit der Melodie in rhythmischer Weise mitschwingen. Das war nicht mehr ein Zustand von Erregung, das war ein tobendes Meer! Ein unglaubliches Fieber ergriff von uns Besitz… aber der Zustand von Ostad selbst war das eigentlich Erstaunliche. Im Zwielicht des Raums erstrahlte sein Gesicht in außerordentlichem Glanz: Er glich einem Kapitän, der am Ruder eines Schiffs stand, das in einen Sturm gekommen war, und der alles tat, um es sicher in den Hafen zurückzubringen. Dann hörte die Musik auf. Einige Sekunden lang war niemand in der Lage, auch nur ein Wort zu sagen, und es herrschte absolute Stille. Die Atmosphäre war strahlend hell und von Spiritualität getränkt; es war ein sonderbarer und unbeschreiblicher Zustand… als ob ein lieblicher Duft über der Versammlung hinge.

 

Maurice Béjart, Choreograph und Ballettintendant

Maurice Béjart reiste 1973 in den Iran, um dort einige Ballettaufführungen beim Shiraz Kunstfestival auszurichten. Während seiner Reise suchte er Ostad Elahi auf, um seine Musik zu hören. Nach diesem Besuch sagte er folgendes:

Ostad Elahi war ein außergewöhnlicher Musiker. Er spielte niemals in der Öffentlichkeit, außer für ihm nahestehende Personen, und machte auch keine öffentlichen Aufnahmen… Als er für mich spielte, da öffnete sich wirklich eine Tür in mir. Durch seine Musik habe ich verstanden… Er sprach kein Französisch und ich kein Persisch. Er spielte die Musik… und ich kann nicht in Worte fassen, was ich erlebt oder empfunden habe… ein großer Wandel ereignete sich dadurch in meinem Leben, meiner Existenz und meinem Denken.



Sir Yehudi Menuhin, Musiker

Sir Yehudi Menuhin, der große Violinist und Musikvirtuose besuchte Ostad Elahi in den Sechziger Jahren, um seine Musik aus erster Hand zu hören. Überwältigt von dem, was er zu hören bekam, teilte er seinem Begleiter nach dem Besuch folgendes mit:

Dieser erstaunliche Musiker war in der Lage, eine Spannung und Konzentration aufrechtzuerhalten, die ich angesichts des limitierten Intervalls einer Quart oder Quint niemals für möglich hielt… Es erschien mir außerordentlich, dass man innerhalb eines solch engen Intervalls die Aufmerksamkeit der Zuhörer fesseln könnte. Nie zuvor hatte ich etwas Ähnliches gehört; es war das erste Mal, dass ich solch eine Wirkung erlebt habe. Nie zuvor habe ich ein Musikstück gehört, dass sich für mindestens eine halbe Stunde lange innerhalb des Intervalls einer Quint hielt. Es war eine sehr empfindsame, sehr machtvolle Musik, aber auch sehr präzise und rein. Ich konnte kaum glauben, was meine Ohren da vernahmen. Es war pure Energie, eine Art Laserstrahl…

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