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Einführung

Beweis der Wahrheit

Erkenntnis der Seele

Kommentar zum Buch der Könige der Wahrheit

Unveröffentlichte Manuskripte

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Ostad Elahi hat mehrere Manuskripte und Abhandlungen hinterlassen, die unveröffentlicht geblieben sind. Diese Schriften enthalten unter anderem mehrere Artikel aus seiner Zeit als Richter, die sich mit Vorschlägen für eine Reform des Justizsystems befassen. Der Rest der Arbeiten ist das Ergebnis von Forschungen im Bereich der Spiritualität, Ethik und Religion. Sein Bestreben war, einen Beitrag zu leisten, um Uneindeutigkeiten zu klären und die in den Heiligen Schriften verborgenen Wahrheiten intensiver zu beleuchten. Auch war es ihm ein Anliegen, die Hinterlassenschaften und das dichterische Werk ergebener Mystiker für die Nachwelt zu bewahren.

Im Folgenden daher ein Überblick zu den unveröffentlichten Manuskripten.

Übersetzung und Auslegung des Korans

Eines Tages beschloss Ostad Elahi, den Koran zu übersetzen und zu interpretieren, entschied sich jedoch wenig später dagegen, dieses Vorhaben fortzuführen. Es war wohl um das Jahr 1944, als er die Übersetzung und Auslegung der ersten Sure Hamd sowie für 126 Verse der zweiten Sure Baqarah (das bedeutet ‚Kuh’) in Form von 3.876 kurdischen Versen übersetzt und interpretiert hatte. Es ist bedauerlich, dass er nicht die Zeit hatte, diese monumentale Aufgabe zu vollenden. Nun trägt aber allein dieser winzige uns vorliegende Ausschnitt so viele wichtige und wertvolle Aspekte in sich, so dass dem Leser nichts anderes übrig bleibt, sein vielfaches Bedauern darüber zum Ausdruck zu bringen, dass die Arbeit nie zu Ende gebracht wurde. Abgesehen davon, dass seine Übersetzung und Auslegung in Bezug auf die spirituellen Diskussionen in diesem Werk äußerst eindrucksvoll ist, zeugt auch die literarische Form, in der Ostad Elahi sie verfasst hat, von seinen weitreichenden Fähigkeiten in der Dichtkunst und der kurdischen Poesie.

In der kurzen Einführung schreibt er: “Im Namen Gottes, des Gnadenreichen, des Barmherzigen. Diese kurdische Auslegung, erdichtet von diesem Deinem fehlbaren Diener Nur Ali Elahi, beruht auf dem Studium und der Verwendung der unten genannten Auslegungen. Damit verknüpft ist die Hoffnung, dass meine geschätzten und gebildeten Leser mir jegliche Fehler und Irrtümer verzeihen mögen, die darin enthalten sind: 1) Tafsir-e Safi (arabisch); 2) Tafsir-e Dschawame ol-Dschame (arabisch); 3) Tafsir-e Madschma ol-Bayan (arabisch); 4) Tafsir-e Sa'adat ol-Bayan (arabisch); 5) Tafsir-e Abolfotuh Razi (persisch); 6) Tafsir-e Mulla Fathollah; 7) Tafsir-e Safi Alischah (persische Poesie).“

Übersetzung und Auslegung von Kalam-e Sarandscham

Kalam-e Sarandscham wird von den Ahl-e Haqq als der bedeutsamste sakrale Text angesehen, von der Stellung her vergleichbar mit den Heiligen Schriften der Offenbarungsreligionen. Es bildet die Grundlage ihres Glaubens und ihrer spirituellen Praxis. In seiner ausführlichen Einleitung zur Übersetzung und Interpretation der Kalam-e Sarandscham beschreibt Ostad Elahi Wert und Erhabenheit dieser Kalam wie folgt:

„Die Kalam der Ahl-e-Haqq-Meister besteht aus zwei Teilen:

Der erste Teil umschließt die so genannten Khazaneh (Schatzkammer) oder Sarandscham (Abschluss); sie gehen bis auf die Epoche vor Soltan Eshaq zurück, also die Ära von Bohlul, Schah Fazl Vali, Baba Sarhang, Schah Khoschin Baba Na’us – und schließlich Soltan Eshaq selbst. Für die Ahl-e Haqq sind die Kalam-e Sarandscham wie ein unverrückbares Gesetz und ihre Bedeutung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mit dem Wort Khazaneh verbindet man einen Ort, an dem man Gold, Silber und andere wertvolle Gegenstände lagert – daher die Bedeutung ‚Schatzkammer’. Sarandscham wiederum bedeutet ‚Abschluss’ oder ‚endgültiges Ergebnis’. Die Kalam werden folglich insofern als Schatzkammer bezeichnet, als sie göttliche Wahrheiten und Geheimnisse bergen; der Bedeutungsbestandteil des Abschlusses bezieht sich auf die letzte und höchste Stufe der Vervollkommnung.

Was nun den zweiten Teil der Kalam-Sammlung betrifft, so sind dort alle anderen Kalam enthalten, diese sind jedoch nur insoweit zu befolgen, als sie mit den Kalam-e Sarandscham [im ersten Teil] in Einklang stehen.“

Ostad Elahi brachte in Bezug auf die Übersetzung dieses Werks zwei Dinge mit: Er besaß ein umfangreiches Wissen über die ursprünglichen und authentischen Kalam-e Sarandscham und er verfügte über exzellente Kenntnisse der uramanisch-kurdischen Sprache (die vorwiegende Sprache in diesen Werken). So gelang es ihm, einen Großteil dieses sakralen Textes ins Persische zu übersetzen und zu interpretieren. In der Einführung geht er darauf ein, wie er aus den verschiedenen im Umlauf befindlichen Manuskripten der Kalam-e Sarandscham jene auswählte, die authentisch waren, und wie er die Originaltexte zunächst in einem Notizbuch festhielt und sich erst im zweiten Schritt an den Prozess der Übersetzung und Erläuterung machte.

Die Kalam-Sammlung (Madschma ol-Kalam)

Ostad Elahi hatte sich der Mühe unterzogen, die authentischen sakralen Texte der Ahl-e Haqq in einem einzigen Werk zusammenzufassen, den Madschma ol-Kalam. Über seine Motivation, diese Kalam zu sammeln, erklärt er wie folgt: „Der mündlich abgehaltene Unterricht der spirituellen Meister der Ahl-e Haqq – der in vielerlei Sprachen erfolgte, u.a. Kurdisch, Persisch, Türkisch – ist allgemein unter dem Begriff Kalam bekannt. Madschma ol-Kalam ist daher eine Sammlung dieser Kalam, die folgendermaßen zustande kam: Mehrere Jahre lang dachte ich darüber nach, die verschiedenen Kalam der Ahl-e-Haqq-Persönlichkeiten zu sammeln und herauszugeben, um sie all jenen zur Verfügung zu stellen, die auf der Suche nach der Wahrheit sind. Auf diese Weise konnte ich mithilfe der mir verfügbaren Mittel eine beträchtliche Anzahl an wertvollen Manuskripten sammeln, was mir eine gewisse Unabhängigkeit gewährte. Dann wählte ich die Teile aus, die mir im Vergleich gesehen vollständiger erschienen und daher für diese Sammlung besser geeignet waren…“

In Hinblick auf das Sammeln und Archivieren der Kalam schreibt er: „Von der Zeit an, da der Ahl-e-Haqq-Orden gegründet worden war, bis in die moderne Zeit hinein, in der die Kommunikation zwischen den Menschen stark von der Technologie getrieben ist, hatten die Mitglieder der Ahl-e-Haqq-Gemeinschaft versucht, die Kalam und ihre Lehren, wie es die Umstände von Zeit und Ort erlaubten, so weit wie möglich geheim zu halten. Sogar unter den Mitgliedern selbst gab es genaue Regelungen, wer diese Kalam hören oder erlernen durfte. Um zu verhindern, dass sie in falsche Hände fielen, hat man sie etwa von einer Generation zur nächsten nur mündlich weitergegeben, oder, wenn sie tatsächlich niedergeschrieben wurden, so verschleiert, dass sie nicht dem Missbrauch zum Opfer fallen konnten. So kam es, dass mit der Zeit die meisten vollständigen und authentischen Versionen der Kalam, die nie gedruckt oder veröffentlicht worden waren, allmählich verloren gegangen waren oder im Vergleich starke Unterschiede aufwiesen. Die Versionen, die übrig geblieben waren, waren oftmals unvollständig, gekürzt, durcheinander oder fehlerhaft, sowie mit zusätzlichen oder gefälschten Textteilen versehen. Dementsprechend... wurde die Bemühung unternommen, soweit möglich und mit der Gnade und Hilfe von Gott, die korrekten und vollständigen Versionen der Kalam in Madschma ol-Kalam niederzulegen.“

Aufgrund dieser umfassenden Recherchetätigkeit bei der Zusammenstellung dieses Werks liegt nun eine verlässliche Quelle vor, die den Zugang zu den Aussagen der spirituellen Elite dieses Ordens gewährt, angefangen von der Gründung bis ins letzte Jahrhundert hinein. Ostad Elahi hatte zweimal die Gelegenheit, die Originalmanuskripte von Kalam-e Sarandscham zu studieren und daher wurden ihm Wahrheiten zuteil, zu denen anderen der Zugang verwehrt blieb.

Angesichts seiner umfassenden und weitreichenden Kenntnisse bezüglich dieser Texte war Ostad Elahi zu seinen Lebzeiten die am besten qualifizierte Instanz, um zwischen Echtem und Unechtem zu unterscheiden bzw. um Widersprüchlichkeiten, Metaphern und Symbole dieser Kalam zu klären. Heutzutage bilden Ostad Elahis Erläuterungen der Kalam, vor allem jene, die in Beweis der Wahrheit und seinen anderen Arbeiten enthalten sind, eine Referenz für diverse Wissenschaftler, die auf diesem Gebiet forschen.

Es ist nicht nur sein Forschergeist, der ihm den Erwerb dieser seltenen und außergewöhnlichen Texte ermöglicht hatte, sondern auch seine familiäre Herkunft sowie die Tatsache, dass er der Sohn von Hadj Nemat war. Denn dies erst erlaubte ihm, diese Niederschriften zu verschiedenen Orten und Gelegenheiten zu erwerben. Unabhängig davon, wie grundlegend und bedeutungsvoll diese Kalam sein mögen, so ist festzuhalten, dass sie lediglich einen Ausschnitt aus der weitläufigen Forschungsarbeit von Ostad Elahi darstellen. Seine Hinterlassenschaften dokumentieren die akribische und umfängliche Vorgehensweise in seiner wissenschaftlichen Recherche.

Die Gedichte von Mulla Parischan

Mulla Parischan war ein kurdisch sprechender Mystiker und religiöser Rechtsgelehrter, der im 14. Jahrhundert gelebt hat. Ostad Elahi hat ein Kompendium zusammengestellt, die Sammlung der Gedichte von Mulla Parischan, indem er elf verschiedene Versionen miteinander verglich, die aus neun alten Manuskripten und zwei gedruckten Versionen stammten.

In seinen Ausführungen hat sich Ostad Elahi wiederholt auf die Gedichte und Aussagen von Mulla Parischan bezogen. Dessen Gedichtsammlung stellte er auf eine Stufe mit Rumis Masnawi. Er selbst sagt zu seiner Person: „Mulla Parischan war ein schiitischer Rechtsgelehrter und einer der religiösen Autoritäten seiner Zeit. Obwohl manche behaupten, er sei aus Nahawand, andere, er stamme aus Dinawar, belegt seine Dichtung doch, dass er aus Dinawar kommt und im 14. Jahrhundert lebte, als Zeitgenosse von Abu Hanifa. Er war ein wahrer Mystiker und von seiner Gedichtsammlung, die fast 1000 Verse umfasst, kann behauptet werden, dass sie das Gesamtwerk von Rumis Masnawi einschließt und all die subtilen Aspekte der authentischen Hadith andeutet. Obwohl die Gedichte von Mulla Parischan zweimal publiziert wurden, enthalten sie viele Fehler. Ich habe eine fehlerfreie Ausgabe seiner Gedichte vorbereitet und einen Kommentar dazu verfasst…“ (Worte der Wahrheit)

Die vorliegende Gedichtsammlung enthält 1.039 Verse und besteht aus einer Einleitung, sieben Kapiteln und einer Schlussbetrachtung. Am Ende der Verse hat Ostad Elahi im Anhang ein Schlagwortverzeichnis (mit genau 1.039 Stichworten) mit zusätzlichen Erklärungen und Referenzen zu dem jeweiligen Vers erstellt.

Das Fest der Wahrheit (Dschaschn-e Haqiqat)

In dieser Abhandlung stellt Ostad Elahi die Ergebnisse seiner Forschung in Bezug auf das traditionelle Fasten der Ahl-e Haqq dar, das Marnawi. Dieses Thema war jahrhundertelang Gegenstand von Differenzen zwischen den verschiedenen Gruppen der Ahl-e Haqq. Mithilfe der Kalam, weiteren vertrauenswürdigen Quellen und der Astronomie gelang es Ostad Elahi, das genaue Datum für dieses Ereignis zu bestimmen. Er sagt selbst: „In Bezug auf die Frage des Marnawi-Fastens benötigte ich sechs Monate des Astronomiestudiums – und dies, obwohl ich die Kalam zur Hand hatte und ihre Bedeutung durch authentische Quellen verifiziert hatte –, bis ich schließlich in der Lage war, meine Ergebnisse mit denen von Scheich Amirs Kalam in Einklang zu bringen und das Datum (das auf dem Sonnenkalender basiert und unveränderlich ist) zu bestätigen. Alle anderen Berechnungsmethoden, die eingesetzt wurden, um das Datum des Fastens zu bestimmen, führen nicht zu konstanten Ergebnissen. Antike Kalender gehen beispielsweise alle vier Jahre einen Tag vor, usw.“ (Worte der Wahrheit)

Geschichte und Genealogie von Hadj Nematollah

Unter den unveröffentlichten Manuskripten von Ostad Elahi ist eines besonders hervorzuheben, die Geschichte und Genealogie von Hadj Nematollah. Es stellt eine äußerst zuverlässige Informationsquelle dar, was Stammbaum, Familie und Leben von Hadj Nemat betrifft. In dieser Arbeit beschreibt Ostad Elahi zum einen das Leben seines Vaters und seine spirituelle Transformation, zum anderen schildert er sein eigenes Leben bis hin zum Tod des Vaters. Auch über das spirituelle Leben von Hadj Nemat liefert er einen klaren Bericht. Als Grund, warum er diesen kurzen Text in den ersten Jahren nach seines Vaters Tod schrieb, gibt Ostad Elahi an, dass dies auf die Bitte von Freunden hin geschah, die Hadj Nemats Wesen und Lebensweise näher kennenlernen wollten. In dieser Abhandlung gibt Ostad Elahi eine genaue Beschreibung des 20 Jahre dauernden spirituellen Lebens seines Vaters und stellt dar, welche Lehren sich aus dem gemeinsamen Leben ableiten lassen. Obwohl er diese Zeilen in jungen Jahren verfasste, lässt sich darin doch bereits sehr gut sein Forschergeist erkennen.

Briefe

Mit zu den wertvollsten Hinterlassenschaften zählen sicherlich die Briefe von Ostad Elahi, in denen er auf Fragen antwortet, die diverse Empfänger zuvor an ihn gerichtet hatten, und die oftmals spirituelle Lektionen und Zeugnisse seiner Führung enthalten. Diesen Briefen, die in den letzten Jahren Stück für Stück gesammelt wurden, lassen sich beeindruckende spirituelle Anwendungsfelder und Lösungen entnehmen, die in vielen Fällen universal verwendbar sind. Die Sammlung, die die gesamte Skala von Themen und Persönlichkeiten abdeckt, enthält unter anderem Briefe an Personen wie Vladimir Minorsky, den bekannten russischen Orientalisten, an Kinder und Familienmitglieder, an Freunde und Studenten mit spirituellen oder rituellen Fragen sowie an Menschen, die einfach nur ihren Respekt und ihre Bewunderung für ihn ausdrücken wollten.

Bei Durchsicht einiger dieser Korrespondenzen tritt mitunter ein Gefühl des Bedauerns auf, dass eine Person, die ein profundes Wissen auf dem Gebiet der reinen Spiritualität besaß, so viel Zeit aufwenden musste, um auf meist banale Fragen zu antworten. Natürlich gebot ihm seine Großzügigkeit und Geduld so respektvoll und tolerant wie möglich auf die Fragen von Laien zu antworten wie auf die von gelehrten Orientalisten, die sich für seine Ansicht interessierten. Diese feinen Details, die ein Zeichen für seinen hohen spirituellen und wissenschaftlichen Rang sind, stellten für die, die ihn gut kannten, keine Überraschung dar: Seinen Studenten gegenüber betonte er wiederholt, dass Höflichkeit und Respekt zu den tragenden Säulen der spirituellen Arbeit gehören. Er erwähnte bei vielen Gelegenheiten, dass die Ethik die eigentliche Essenz der Spiritualität darstelle und sein Ratschlag ging stets dahin, der ethischen Praxis höchste Priorität einzuräumen.

Wahrheit der Geheimnisse (Haqiqat ol-Asrar)

Die Wahrheit der Geheimnisse (Haqiqat ol-Asrar) geht zurück bis ins Jahr 1922, ungefähr zwei Jahre nach Hadj Nemats Tod. Angesichts der vorherrschenden Atmosphäre zu dieser Zeit legte Ostad Elahi den Schwerpunkt seiner Recherchen auf Themen, die mit den Grundprinzipien und Ritualen des Ahl-e-Haqq-Ordens zusammenhingen. Auf der Grundlage seiner Forschungen erläutert er ausführlich die vier Ebenen im Prozess der Vervollkommnung: Exoterismus, Weg, Erkenntnis und Wahrheit. Er vertieft darüber hinaus die Stadien der Seele, die Rückkehr und andere verwandte Themen. Dabei bezieht er sich auf zahlreiche Quellen religiöser, literarischer, historischer und mystischer Art, darin eingeschlossen der Koran, die Bibel, die Tora u.a. sowie Arbeiten von bekannten Autoren wie Scheich Abbas, Mulla Fathollah, Abu Said Abelcheir, Mulla Esmail, Scheich-e Tusi, Scheich Mofid, Scheich-e Maqrebi, Bayazid-e Bastami, Hadj Zeynolabedin-e Schirawani, Saadi, Tadsch ol-Waezin, Mulla Parischan, Scheich ol-Arefin, Rumi, Safi Ali Schah, Scheich Attar usw. Als Begründung, warum er dieses Werk verfasste, gibt Ostad Elahi an, dass er Anschuldigungen gegen die Ahl-e Haqq entkräften und die Glaubensüberzeugungen dieser Gemeinschaft der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte.

Enthüllung der Wahrheiten (Kaschf ol-Haqayeq)

Zu den wertvollsten Arbeiten, die Ostad Elahi in seiner Jugend verfasst hat, gehört die Abhandlung Enthüllung der Wahrheiten (Kaschf ol-Haqayeq). Diese Arbeit geht auf eine spirituelle Vision zurück, in der Ostad Elahi auf präzise und neuartige Weise die Entstehung des Universums und des Menschen erklärt. Dabei geht er vertieft auf die Rolle des Ursächlichen Wesens (Quiddität) ein, auf die göttlichen Manifestationen, die Erzengel, Licht und Finsternis, die verschiedenen Reiche der Seele, die Funktion des Menschen usw. In Weg zur Vollkommenheit ist ein Ausschnitt aus diesem Buch erschienen:

„Die Quelle ist der Einzige Schöpfer aller Geschöpfe, der Ohnegleichen ist und ohne Gefährten, der nicht zeugt und nicht gezeugt wurde... Jeder Mensch nennt Ihn bei dem Namen, den sein Glaube ihn lehrt, und niemand hat je Seine wahre Essenz erkannt... Er ist der Einzige, der weiß, wer und was Er ist. Er hat die Erschaffung der Universen gewollt und erdacht. Dieser Wille, der die Grundlage der Totalität der Geschöpfe und der Wirklichkeiten ist, wurde zum Ursächlichen Wesen (Quiddität) und zur Urmaterie. Von einer Form, die mit keiner anderen Form vergleichbar ist, von einer Farbe ohne Farbe, ähnelte das Ganze reinem Wasser, war jedoch kein Wasser, und bewegte sich unaufhörlich in einem spirituellen farblosen Raum. Das Ursächliche Wesen hatte ausgehend von der Widerspiegelung der Quelle Existenz angenommen, und der ursprüngliche Raum hatte ausgehend von der Widerspiegelung des Ursächlichen Wesens Existenz angenommen. Das Ursächliche Wesen bewegte sich in diesem unendlichen und unvorstellbaren spirituellen Raum.“

Sonstige Arbeiten

Neben den oben erwähnten Arbeiten gibt es einige Kladden mit Gedichten (in persisch und kurdisch) aus Ostad Elahis Hand sowie Notizbücher, die sich mit diversen Aspekten seiner verschiedenen Lebensperioden beschäftigen. Diese Manuskripte enthalten, wenn man sie genau studiert, zahlreiche subtile Hinweise, die uns den Verlauf von Ostad Elahis spiritueller Wandlung gründlicher verstehen und erkennen lassen.

Wenn man sich in Ostad Elahis Arbeiten vertieft, wird man feststellen, wie tiefgehend seine Gedankengänge sind und welche Entwicklung sie durchlaufen haben. Selbst wenn man nur einen kurzen Blick auf seine Schriften wirft, wird dem aufmerksamen Leser klar werden, dass der Autor seinen Fokus stets nach innen gerichtet hatte, auf die wahre Natur des Menschen. Die spirituelle und ethische Entwicklung des Menschen stand für ihn im Zentrum der Betrachtung und dieses Thema ist er mit verschiedenen Mitteln angegangen. Das mag der Grund sein, warum er von den einen als scharfsinniger Denker, von den anderen als gebildeter Philosoph und von wieder anderen als brillanter Musiker oder gerechter und unabhängiger Richter bezeichnet wurde. In jedem Falle eröffnen uns die Arbeiten Ostad Elahis einen kleinen Einblick, um einerseits die tiefere Bedeutung seines Wesens und seiner Absichten besser zu verstehen, und um uns andererseits einen Begriff zu machen von der Wahrheit, an der er mit unerschütterlicher Gewissheit festhielt.

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