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Das im Jahr 1962 veröffentlichte Werk Beweis der Wahrheit stellt die erste umfassende und zuverlässig recherchierte historische und religiöse Bestandsaufnahme der mystischen Glaubensgemeinschaft der Ahl-e Hagh dar. Es berichtet über die Entwicklung der Gemeinschaft, ihre Grundprinzipien und ihre religiösen Riten, die bis dahin geheim gehalten worden waren.
Neben einem allgemeinen Überblick gewährt Beweis der Wahrheit zudem bedeutsame Erläuterungen zur Lehre der Ahl-e Hagh, die für die Mitglieder der Ahl-e Hagh-Gemeinschaft selbst gedacht sind. Damit wird das Buch zu einem wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Ahl-e Hagh, deren Lehren und Prinzipien bis dato noch nie Gegenstand systematischer Studien waren. Im Lauf der Geschichte war die Ahl-e Hagh-Gemeinschaft, die sich geographisch über die Länder Iran, Aserbaidschan und Irak verteilt, vielzähligen Einflüssen ausgesetzt, die nach und nach zu starken Ungleichheiten in der Anwendung der religiösen Praktiken und Riten, zuweilen sogar in den grundlegenden Glaubensüberzeugungen, führten. Diese Situation führte zu einer Zersplitterung der Gemeinschaft in konfliktierende Untergruppen, von denen jede für sich reklamierte, der ursprünglichen Lehre treu geblieben zu sein. Berücksichtigt man den initiatorischen und geheimen Charakter bestimmter Aspekte der Ahl-e Hagh-Tradition, erscheint jeder Versuch, zu einer einheitlichen Glaubenslehre zu gelangen, ein hoffnungsloses Unternehmen zu sein. Gleichzeitig machten es die internen Differenzen und die weit verbreitete Unwissenheit der Mitglieder der Gemeinschaft bezüglich der zentralen Aussagen ihres eigenen Glaubens erforderlich, präzise Studien durchzuführen, die ein für allemal Klärung brächten, insbesondere, weil einige ausländische Wissenschaftler die Verwirrung noch mehrten: „[…] Alles, was sich auf den sichtbaren und öffentlichen Aspekt der Praktiken und Überzeugungen der Ahl-Hagh bezieht, wurde von einigen Wissenschaftlern akkurat dokumentiert, dabei war es ihnen aber nicht möglich, das zu verstehen, was verborgen war oder geheim gehalten wurde […].“ (S. 248-249)
Über das gesamte Buch hinweg zeigt sich, dass der Autor fundierte Kenntnisse der heiligen Schriften der Ahl-e Hagh und ihrer hermeneutischen Tradition besitzt und zudem in der islamischen Religion und Philosophie äußerst bewandert ist. Der erste Abschnitt des Buches behandelt die Lehren der Ahl-e Hagh und legt diese klar und detailliert dar, insbesondere ihre kosmogonischen, hierophanischen, theophanischen und eschatologischen Aspekte sowie die Stufen des Prozesses der Vervollkommnung. Im zweiten Abschnitt gibt Ostad Elahi Antworten auf zahlreiche Fragen, die im Nachgang zur ersten Auflage des Buchs gestellt worden waren.
Das Buch ist in einem sehr präzisen Stil geschrieben, der an einen Gesetzestext oder Katechismus erinnert, und legt die Praktiken und Lehren der Ahl-e Hagh widerspruchsfrei dar. Ostad Elahis wissenschaftlich strenge Herangehensweise bedingt, dass er alle verfügbaren Quellen einer kritischen Prüfung unterzieht und die verschiedenen Riten und Praktiken dieser Gemeinschaft umfassend darstellt und erläutert; ebenfalls nicht unerwähnt sollte dabei sein exakter Heiligenkalender bleiben. Ostad Elahis kritische und systematische Darstellung trägt dazu bei, eine Tradition am Leben zu erhalten, die ansonsten wohl verloren gegangen wäre.
Neben den Erläuterungen zur Ahl-e Hagh-Gemeinschaft enthält Beweis der Wahrheit auch zahlreiche, eher allgemeine Hinweise zur spirituellen Praxis. Der Leser wird daher eine große Anzahl an Vorschlägen, Empfehlungen und praktischen Methoden finden, die ihn mit den einzelnen Schritten und Prozessen des spirituellen Wegs vertraut machen. Das Buch ist aktuell in der 8. Auflage erhältlich.
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