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Einführung Erkenntnis der Seele Beweis der Wahrheit Kommentar zum Buch der Könige der Wahrheit Unveröffentlichte Manuskripte

Ausschnitte aus Beweis der Wahrheit (Borhan-ol Hagh):

Kapitel 1, Seite 5

Von jeher haben die Menschen die Notwendigkeit gesehen, Gesetze aufzustellen, die den Erfordernissen ihrer angeborenen Natur und der jeweiligen Zeit entsprachen. Jene Gesetze, die das materielle Leben der Menschen betreffen, dienen dazu, die Ordnung und den Frieden in der Gesellschaft aufrechtzuerhalten, während jene Gesetze, die ihr spirituelles Leben betreffen, darauf abzielen, den Menschen zu Selbsterkenntnis und zum Verständnis der metaphysischen Welt zu verhelfen. Von der Zeit an, da die Menschen zum ersten Mal [auf der Erde] erschienen, gab es Botschafter, die Propheten genannt wurden und die im Namen Gottes in jedem Zeitalter die göttlichen Vorschriften verkündeten, wie sie der Mentalität und dem Intellekt ihrer Zeitgenossen angepasst waren. Die Summe dieser Vorschriften bezeichnet man als ‚himmlische Bücher’ [Heilige Schriften].

Diese Gesetze weisen jeweils zwei unterschiedliche Aspekte auf:

  1. Der exoterische Aspekt [der der rituellen Stufe entspricht] ist die Grundlage für die Ordnung des materiellen Lebens. Durch diesen Aspekt können Frieden und Ordnung in einer Gesellschaft gewährleistet werden, und die Gemeinschaft lernt, sich ethisch zu verhalten.
  2. Der esoterische Aspekt, der der Stufe der Erkenntnis entspricht, umfasst die spirituelle Dimension und die metaphysische Welt […].


Kapitel 2, Seite 13

Alle Wechselwirkungen zwischen Personen und Sachen lassen sich wie folgt betrachten: Es gibt eine (anvertraute) Sache, und es gibt eine Person, die diese Sache einem anderen anvertraut und eine weitere Person, der diese Sache anvertraut wird. Die Existenz der Wesen etwa ist etwas, dass das Notwendige Wesen der Welt der Möglichkeiten anvertraut hat. In gleicher Weise hat Gott dem Menschen das Leben oder auch Gaben wie Reife, Willenskraft, Vernunft, Würde, Wissen, soziale Stellung, Tugend und Glauben anvertraut; wenn dieser es versäumt, seine Pflicht gegenüber nur einer dieser Gaben zu erfüllen, kommt das einem Verrat gleich. Seine Gesundheit zu vernachlässigen, ist daher Verrat am Leben; seinen Launen nachzugeben, ist Verrat an der Reife; mangelnde Ausdauer ist Verrat an der Willenskraft; unbedachtes Handeln ist Verrat an der Vernunft; ehrloses Verhalten ist Verrat an der Würde; in Unkenntnis zu verharren, ist Verrat am Wissen; seine Macht zu missbrauchen, ist Verrat an der sozialen Stellung; unsittliches Verhalten ist Verrat an der Tugendhaftigkeit; Gottlosigkeit und Gotteslästerung ist Verrat am Glauben.


Kapitel 5, Seite 23-24

Dem Gründer der Ahl-e Haqq zufolge ruht ihr Glaube auf vier Säulen: Reinheit, Rechtschaffenheit, Auslöschung des Egos und Selbstlosigkeit.

  1. Reinheit im umfassendsten Sinne des Wortes, […] also in Hinblick auf sämtliche Lebensbereiche: Der Ahl-e Hagh sollte diese Reinheit sowohl in seinem materiellen Leben als auch in seinem spirituellen Leben anstreben. Äußerlich gesehen sollten sein Körper, seine Kleider, seine Wohnräume, sein Lebensunterhalt sowie innerlich seine Gedanken, seine Worte, sein Verhalten und seine Taten vollkommen rein, erlaubt und aufrichtig sein.
  2. Rechtschaffenheit: Dem rechten Weg folgen, das heißt, das zu befolgen, was Gott uns vorgeschrieben hat und das zu unterlassen, was Gott verboten hat. Dem rechten Weg zu folgen, bedeutet mit anderen Worten, Gott zu dienen, nicht zu lügen und keine schlechten Taten zu begehen […].
  3. Auslöschung des Egos: Sich von Eigenschaften wie Hochmut, Selbstgefälligkeit und Egoismus reinigen sowie die Triebe des Herrschsüchtigen Selbst, maßlose Begierden und alle niederen und ruchlosen Charakterzüge in sich tilgen. Auslöschung des Egos bedeutet, sich vollkommen seinem Schicksal zu ergeben und nichts als die göttliche Zufriedenheit zu wünschen – was bedeutet, sich von sich selbst zu befreien und sich in Gott aufzulösen. Den Aussagen der Mystiker und Gnostiker zufolge müssen wir diese Stufe der Zufriedenheit erreicht haben, um den Zustand vollkommener Ergebenheit, der die letzte Stufe der Erkenntnis darstellt, zu erlangen.
  4. Selbstlosigkeit: Im allgemeinen Sinne den Geschöpfen dienen und helfen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, das heißt, ‚die Last der anderen auf seine eigenen Schultern zu laden’. [Ostad Elahi arbeitet an dieser Stelle die genauere Bedeutung dieser vierten Säule aus: Der spirituell Suchende muss ein Niveau erreichen, auf dem sich der Göttliche Wille durch ihn manifestiert.]
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