Zum Werk
Zum Werk
Zum WerkZur Person
Zum WerkZum Werk
Zum WerkZum Gedankengut
Zum Werk
Zum WerkQuellen
Zum WerkFotogalerie
Zum Werk
Zum Werk
Zum Werk   Home
Site MapSucheKontakt

  Introduction Writings Teachings Music  
Einführung Erkenntnis der Seele Beweis der Wahrheit Kommentar zum Buch der Könige der Wahrheit Unveröffentlichte Manuskripte

Ausschnitte aus dem Kommentar zum Buch der Könige der Wahrheit (Haschieh bar Hagh-ol Haghaieq)

[Die Verse 1129 bis 1149 des Buchs der Könige der Wahrheit erläutern die Erschaffung verschiedener Arten von Seelen, die als licht, finster, feurig usw. bezeichnet werden. Im folgenden Ausschnitt wendet sich Ostad Elahi gegen eine rein deterministische Interpretation dieser Verse.]

[Ausschnitt 1, S. 454] Es ist möglich, die verschiedenen Ebenen der göttlichen Schöpfung mit Farben zu vergleichen (weiß, schwarz, grün, rot, blau, gelb usw.). Auch wenn jede dieser Farben denselben Wert und dieselbe Würde hat, so wird doch die Art, wie diese Farben in einem Gemälde komponiert sind, diesem eine einzigartige Qualität verleihen und beim Betrachter einen besonderen Eindruck hinterlassen.

[Ausschnitt 2, S. 455] Genauso mag ein Patient finden, dass ein bestimmtes Medikament bitter schmeckt, während ihm ein tödliches Gift süß und wohlschmeckend erscheint. [Es ist jedoch offensichtlich,] dass sich nicht auf der Grundlage von Erscheinungen oder des Geschmacks des Patienten beurteilen lässt, was der wahre Wert des Medikaments und des Gifts ist. Entscheidend ist nicht, welche Wertigkeiten den Dingen, entsprechend den jeweiligen Konventionen und dem jeweiligen Geschmack, zugeschrieben werden (z.B. Gold, Silber, Kupfer und Eisen oder auch ein Edelstein im Vergleich zu einem gewöhnlichen Stein), sondern dass diese Wesen von ihrer Schöpfung und ihrer ursprünglichen Beschaffenheit her gleich sind. Im Übrigen ist es so, dass man bei richtigem Gebrauch mit Eisen, Kupfer und gewöhnlichen Steinen Dinge schaffen kann, die man mit Gold oder Edelsteinen nicht zustande brächte. Das gilt ebenso für alle anderen Wesen.

Einflüsse wie Erbanlagen, die Wirkung von Nahrung, Erziehung und Umfeld, sowie Faktoren wie Affekte und Triebe, Umstände von Zeit und Ort usw. können jemanden je nach seinem Niveau dazu bringen, Taten zu begehen, die der Religion, der Ethik, den sozialen Normen, der Vernunft sowie dem Gewissen entgegengerichtet sind. Doch mit seiner wahren Essenz oder seiner Schöpfung hängt das nicht zusammen, so dass sich die Frage nach Determinismus und Freiem Willen hier gar nicht erst stellt. Mit anderen Worten, der Schöpfer […] erschafft niemals etwas Schlechtes – schlechte Taten können daher nicht auf die intrinsische Natur des Geschöpfs zurückgeführt werden. Wenn eine Person eine oder mehrere schlechte Taten begeht, sollte der Grund nicht in ihrer ursprünglichen Beschaffenheit oder im Göttlichen Willen gesucht werden, sondern vielmehr in den bereits erwähnten Faktoren oder Umständen, bzw. auch in der Tatsache, dass sich die Person von den Wünschen ihres Herrschsüchtigen Selbst hat verleiten lassen.

Wenn demnach die Partikel [oder die Geschöpfe], die […] als finster, feurig usw. bezeichnet werden, zu dem Zweck gebraucht würden, für den sie erschaffen wurden, entstünde kein Schaden. Ein scharfes Werkzeug kann zu legitimen Zwecken benützt werden (z.B. von einem Chirurgen, um eine Operation an einem erkrankten Organ durchzuführen oder abgestorbenes Gewebe am Bein des Patienten zu entfernen), oder es kann dazu verwendet werden, ruchlose Taten zu begehen wie den Mord an einem unschuldigen Wesen. In keinem dieser Fälle ist der Schöpfer für die Handlung der Person verantwortlich.


[Die Verse 1533 bis 1627 des Buchs der Könige der Wahrheit bezieht sich auf die Erschaffung des Menschen aus ‚gelbem und schwarzem Lehm’. Ostad Elahi erläutert dieses Bild in folgendem Ausschnitt:]

[Ausschnitt 3, S. 457] Es wurde des Öfteren erwähnt, dass das gesamte Universum auf dem Prinzip der Kausalität beruht. Die Wissenschaft zeigt uns ebenfalls, dass etwas nur durch das Zusammenspiel gegensätzlicher Naturen oder die Kombination eines negativen mit einem positiven Pol Existenz annehmen kann. […] In Übereinstimmung mit den Naturgesetzen wurde der Mensch aus einem positiven und einem negativen Pol erschaffen: Licht und Dunkelheit, in anderen Worten ‚gelber und schwarzer Lehm’. Wenn wir etwas auf ein leeres Blatt Papier zeichnen wollen, können wir erst etwas erkennen, wenn wir zum Zeichnen eine kontrastierende Farbe verwenden, also z.B. einen schwarzen Stift auf weißem Papier. Solange zwei Kabel, wovon eines positiv, das andere negativ gepolt ist, nicht verbunden werden, gibt es keine Elektrizität. Genauso gilt für die Seele, die transparent und von großer Feinheit ist, dass sie erst dann lebendig wird und die Fähigkeit zum Verstehen erwirbt, wenn sie mit dem Körper verbunden wird, der düster und von hoher Dichte ist. Daher symbolisiert der gelbe Lehm die immaterielle Seele, die himmlischen Ursprungs ist […] und der schwarze Lehm das Irdische Selbst, das in Hinblick auf Materie und Form der physischen Welt entstammt. Die Vereinigung von beidem ist nicht nur der Ursprung des Lebens und des Verständnisvermögens, sondern stellt auch die Voraussetzung für alle guten oder schlechten Taten dar, die der Mensch begehen kann.

Nach oben www.ostadelahi.com    Offizielle Webseite von Ostad Elahi    Alle Rechte vorbehalten © 1995-2008